Ratgeber

Autofahren in den Dolomiten: der komplette Ratgeber

Aktualisiert am 20. Oktober 2026

Straßentypen, italienische Regeln, die Urlauber überraschen, Vorfahrt am Berg, Maut auf der Anreise, Winterreifen und die schlimmsten Verkehrszeiten.

Die meisten Straßen in den Dolomiten sind gut ausgebaute, zweispurige Bergstraßen. Einige wenige sind so eng, steil oder voll, dass sie einem den Tag verderben, wenn man unvorbereitet hineinfährt. Dieser Ratgeber erklärt, was Sie erwartet, welche Regeln Urlauber überraschen und wie Sie ruhigere Routen wählen.

Die vier Straßentypen

Jede Straßenseite hier zeigt Breite, Schwierigkeit und eine Bewertung. Der Routenplaner meidet enge und schwierige Straßen, wenn es eine vernünftige Alternative gibt.

Italienische Regeln, die Urlauber überraschen

  • Abblendlicht außerorts, Tag und Nacht, auf allen Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften.
  • Tempolimits: 50 km/h innerorts, 90 auf Landstraßen, 110 auf Schnellstraßen, 130 auf Autobahnen (110 bei Regen). Bergstraßen sind oft niedriger beschildert.
  • Alkohol: 0,5 Promille, null Promille für alle, die den Führerschein seit weniger als drei Jahren haben.
  • ZTL-Zonen: Altstädte wie Bozen, Trient und Verona haben kameraüberwachte Zonen mit beschränktem Verkehr. Wer ohne Erlaubnis hineinfährt, bekommt den Bußgeldbescheid nach Hause, oft Monate später.
  • Parkfarben: blaue Linien kostenpflichtig, weiße frei (Zeitlimits auf den Schildern beachten), gelbe reserviert.
  • Winterausrüstung: vom 15. November bis 15. April Winterreifen oder Schneeketten an Bord. In Südtirol und im Trentino gilt das auf allen Straßen außerorts, in Venetien und anderswo dort, wo es beschildert ist.

Wer am Berg ausweicht

Die italienische Straßenverkehrsordnung (Codice della Strada, Art. 150) ist eindeutig. Können zwei Fahrzeuge nicht aneinander vorbei, hält das bergab fahrende an und weicht nach rechts aus, in eine Ausweiche, falls vorhanden. Hat der Bergauffahrende eine Ausweiche direkt neben sich, nutzt er sie. Muss jemand zurücksetzen, haben Gespanne (Auto mit Wohnwagen oder Anhänger) und Fahrzeuge über 3,5 t Vorrang, Busse vor Lkw. Bei ähnlichen Fahrzeugen setzt der Bergabfahrende zurück, außer es ist für den anderen deutlich einfacher.

In der Praxis: weit vorausschauen, früh an einer breiten Stelle halten und den Bus vorbeilassen. Niemand erwartet, dass Sie 200 Meter um eine Kehre zurücksetzen.

Anreise: Maut und Vignette

Aus Deutschland und Österreich kommen die meisten über den Brenner. Österreichs Autobahnen brauchen eine Vignette, die Brennerautobahn A13 kostet zusätzlich eigene Maut. In Italien wird die Brenner motorway nach Strecke abgerechnet, bezahlt wird an der Ausfahrt mit Karte. Ab dem Brenner führt die A22 nach Brixen, Bozen oder Trient, ab dort übernehmen die Talstraßen.

Wann am meisten los ist

Im Juli und August, etwa zwischen 10 und 16 Uhr, sind die bekannten Pässe am vollsten. Am Wochenende kommen Hunderte Rad- und Motorradfahrer an der Sellagruppe dazu. Wer vor 9 Uhr startet oder nach 17 Uhr fährt, erlebt dieselben Pässe nur halb so anstrengend. An Veranstaltungstagen sind manche Pässe ganz für Autos gesperrt: siehe Passsperren in den Dolomiten 2027: Bike Days, Maratona und der Plan fürs Grödner Joch.

Jahreszeiten

Die Pässe rund um die Sellagruppe bleiben im Winter offen, können nach Schneefall aber für einige Stunden schließen. Die hohen, abgelegenen Pässe (Passo dello Stelvio, Passo Gavia, Passo del Rombo, Staller Sattel) sind im Winter gesperrt. Termine für jede Straße: Wann sind die Dolomitenpässe offen? Saisonzeiten für jede Straße.

Wie es weitergeht

Lieber offline? Die Straßenpakete gibt es als druckbares PDF.

Straßen-Pakete